Spinnen von

Chow Chow Wolle

100% REINE
CHOW CHOW WOLLE
Aus "La Rivista Italiana del Chow Chow" - n.50 - 2015
von Francesca Caliari

Ein abgelegener Teil im asiatschen Land, ein raues und schwieriges Territorium, bewahrt und härtet eine urwüchsige Art ab...ein Vorfahr des Hundes, ein Bär mit blauer Zunge...wer weiß... 

Tribù der Barbaren, Jahrhunderte von Invasionen und blutigen Kriegen....ein Krieger und sein Hund...

Antike orientalische Dynastie, Kunst und Kultur, edle Paläste und Dienerschaft...der Chow Chow. Hund des Kaisers.

Unzugängliche heilige Klöster, der Meditation ergebenen Mönche pflegen das Blau, die bevorzugte göttliche Farbe.

England am Ende des 18. Jahrhunderts, große Segelschiffe der ostindischen Handelsgesellschaft auf ihrer Heimfahrt von einer weiten Reise. Die Adligen sind fasziniert von allem was aus China kommt und von den exotischen Tieren... ein Hund, wie man ihn noch nie zuvor gesehen hat, mit einem dichten Fell und einer Zunge...die Zunge ist blau!!! Die Entwicklung der Rasse hat ihren Beginn.

Seit jeher fand ich die Geschichte des Chow Chow ungemein interessant, eingehüllt in Geheimnisse und verschiedenen Legenden. Eine Bruchstück dieser Geschichte erzählt von adligen Bräuten, aus der Region der Mandschurei, die als Mitgift einige reinrassigen Chow Chows erhielten, damit sie sie züchten konntet, um somit die Kleiderproduktion der gesamten Familie zu garantieren. 

Dieses Argument hat sofort meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen und ich habe mich auf die Suche nach möglichst vielen Informationen, über das Spinnen von Chow Chow-Wolle, gemacht. Zu meiner großen Überraschung fand ich heraus, daß diese Praxis bis heute in verschiedenen Ländern, indenen Ausrüstung und Rohmaterial leicht zu erhalten sind, weit verbreitet ist. Im Gegensatz hierzu ist das Spinnen in Italien heutzutage nur schwach ausgeprägt, was auf die Schwierigkeit, daß die Ausrüstung nur als Antiquität zu finden und zum Großteil unbenutzbar ist, zurückzuführen ist. Seit meiner Kindheit haben mir meine Mutter, Großmutter und Tanten die Liebe für Handarbeiten, vom Sticken bis zum Nähen vermittelt. Und so habe ich mich entschieden, als ich die Menge und die Qualität die jeder einzelne Chow Chow produziert erkannte, in dieser Kunst auf die Probe zu stellen.

Am Anfang stand ich vielen Zweifeln gegenüber, was auf den Grundgedanken, daß das Fell von Hunden stinkt und schmutzig ist, zurückzuführen ist. In Wirklichkeit hat die Rasse das Privileg von Natur aus sehr sauber zu sein. Dazu kommt die tägliche Pflege, die wir unseren Schützlingen vorbehalten, die dazu führt, das Fell gesund, stark und frei von Unreinheiten zu halten. Tatsächlich braucht, im Gegensatz zur Chow Chow-Wolle, geschorene Schafswolle unbedingt eine erste Wäsche, um sie vom gröbsten Schmutz zu säubern und trotzdem ist es schwierig, ein sofort verwertbares akzeptables Rohmaterial zu erhalten. Außerdem enthält Schafswolle Lanolin, eine Substanz die an Wachs erinnern. Das Fell des Chow Chows hingegen, ist sofort sauber, weich und zur einfachen Weiterverarbeitung bereit.

Das Erste zu überwindende Problem bestand darin, die nötigen Werkzeuge zu finden. Leider ist es in Italien unmöglich ein funktionierendes Spinnrad zu finden, außer man kauft ein Neues. Oh ja! Sie werden immer noch hergestellt! Die bekannteste Marke kommt aus Neuseeland und wird in verschiedenen Modellen, vom Tradizionellen bis zum hochmodernen elektronisch Betriebenen, in die ganze Welt exportiert. Natürlich sind die Preise für einen Neuling und Autodidakt wie mich, zu hoch. In England ist die Spinnerei weitverbreitet und daher ist es relativ einfach ein gutfunktionierendes Spinnrad zu finden, das Problem ist jedoch die Anlieferung...aufgrund der Größe und der Zerbrechlichkeit des Objekts ist niemand bereit es nach Italien zu senden.

März 2015, Crufts! Na klar! Ein "kleiner Umweg" auf dem Weg nach Birmingham und "hier bin ich" im Haus zweier englischen Damen. Die Umgebung hat einen deliziöses Stil, Sharon und ihre Mutter, leidenschaftliche Katzen- und Spinnereifans, in ihrem Wohnzimmer konnte ich mindestens fünf Spinnräder zählen. Sie kaufen die Wolle bereits gekämmt und zum Spinnen bereit. Als ich ihnen von meinem Projekt erzähle, sind sie von der Qualität des Garns das ich von meinen Chow Chows erhalten werde, begeistert. Sie zeigen mir ein Spinnrad und erklären mir die Funktionsweise. Was für eine Emotion, es dreht sich wirklich! Ich lasse es drehen! Und es ist wirklich schön, so schön um einen Ehrenplatz in meinem Wohnzimmer zu erhalten.

Das Spinnen des Fells ist eine lange Prozedur die verschiedene Phasen der Verarbeitung durchläuft, die alle extrem wichtig sind um ein ottimales Endprodukt zu erhalten.

Vorallem das Sammeln des Fells oder besser des Unterfells, welches der am besten verwertbare Teil ist, um ein weiches Garn zu erhalten das die Haut nicht irritiert. Darüberhinaus sollte man die Körperteile, von denen man das Fell entnehmen will, gut auswählen: Hüften, Schultern und Hals sollten unbedingt den Pfoten, Hinterteil, Schwanz und Unterbauch vorgezogen werden, da in diesen Körperteilen das Fell verfilzt und hart risultieren könnte

Hat man erstmal die Wolle, wird diese gekämmt um mögliche Schmutzspuren zu beseitigen und die Fasern für ein gleichmäßiges und schnelles Spinnen anzupassen. Verfügt man nicht über eine professionelle Kardiermaschine oder ein Paar spezieller Kardierkämme, kann man hierfür zwei gewöhnliche Kämme benutzen die in jeder Tierhandlung erhältlich sind.

Jetzt kommt man zum Herzstück der Verarbeitung: das Spinnen . Man bereitet die Garnwinde vor, stellt die Haspeln auf die richtigen Maße ein und belädt die Garnspule, mit ein wenig Geduld und Übung holt man den ursprünglichen Zauber dieser Aktivität aus der Vergangenheit zurück. Es ist einfach faszinierend, die Technik ist nicht alszu schwer, fördert die Koordination, eine gute Handfertigkeit und die Geduld. Sie ist extrem befriedigend und je mehr Erfahrung man hat umso besser ist das Risultat. 

Hat man erstmal die Garnspule gefüllt, geht man zur Dublierung über. Jeder  Garnfaden wird mit einem anderen verbunden, indem man das Rad in die Gegenrichtung der ersten Passage laufen lässt. Dies erlaubt, daß man einen resistenten Faden mit höherer Konsistenz erhält, der durch eine melangierte Nuace verschönert wird. 

Es entstehen Wollstränge, die einer akuraten Wäsche unterzogen werden. Diese Wäsche wird, rigoros mit kaltem Wasser, bis zu dreißig mal wiederholt, um die Reinigung sowie den perfekten Grad der Kompaktheit der Fasern zu sichern, ohne die natürliche Weichheit dieser zu verändern.

Die Wollstränge werden an der frischen Luft, in einem durchgelüfteten und im Schatten liegenden Ort, geschlagen und getrocknet, um eine komplette und gleichmäßige Trocknung zu sichern und somit gleichjegliche Spur von Feuchtigkeit zu beseitigen.

Als Letztes werden die Wollknäule geformt. Was von jeher als Ausgangspunkt angesehen wurde ist jetzt das Ende eines Prozesses. Die erhaltene Wolle ist weich, ähnlich dem Mohair, hat eine bemerkenswerte Resistenz und einen enormen Heizwert, der so hoch ist, daß sie für eine Verarbeitung in Pullover hierzulande nicht geeignet ist, weil diese, für unsere geografische Breite als zu warm angesehen würde.

Das weibliche Do-it-yourself hat sich in den letzten Jahren sehr entwickelt, Häckeln und Stricken breiten sich, in den neuen Generationen, wieder aus. Die Anfertigung eines Tuchs, einer Tasche, eines Schals oder einer Mütze ist relativ einfach und schnell. Darüberhinaus sind Häckelarbeiten wie Armbänder, Handyhalter, Schlüsselanhänger und andere Anwendungen eine wiederkehrende Modeerscheinung für junge Mädchen.

Das Spinnen von Hundewolle ist keine Neuheit. Ich persönlich wollte diese Kunst, als Tribut an unsere Rasse, ihre Ursprünge und ihre Geschichte, wiederbringen. Ich bin der Meinung, daß in einer Zeit, in der die Ökologie und die Wiederverwertung eine große Rolle spielen, das Schaffen eines Objekts mit einem Material das man ansonsten wegwirft, eine korrekte Nachricht der nachhaltigen Wiederverwertung ist, die abgesehen von er Benutzung von Wasser, keine anderen Kosten aufweist.

Nichtsdestoweniger, kann ich nicht verheimlichen, daß das Hauptmotiv, die Liebe und Zuneigung, ist, die den Besitzer eines Chow Chows dazu führt etwas Persönliches des Hundes zu wollen. Etwas das wirklich "Sein" ist... für die Ewigkeit...

          

HIGHLAND'S LILY 

di Francesca Caliari

Master Allevatore cinofilo ENCI ANMVI 2016

Allevamento per la selezione della razza Chow Chow

nelle varietà a pelo lungo e pelo corto riconosciuto ENCI FCI

38050 Novaledo - Trento

ITALY

tel: +39 348 3054908

email: info@highlandslily.com

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© by Francesca Caliari

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